Experten referierten über die Chancen des Älterwerdens im Westerwald
Mit dem ehemaligen Mainzer Sozial-Staatssekretär Dr. Richard Auernheimer , dem Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der AOK Rheinland-Pfalz, Josef Weißmüller und dem Landtagsabgeordneten Peter-Wilhelm Dröscher hatte die Bad Marienberger SPD kompetente Fachleute ins Hotel Kristall eingeladen gemeinsam mit der gut besuchten Versammlung über die älter werdende Gesellschaft zu diskutieren.
Einig war man sich, dass man die nicht weg zu diskutierende Tatsache, dass die Gesellschaft altert, als Chance begreifen und die Seniorinnen und Senioren nicht als Belastung, sondern als Bereicherung ansehen sollte. Daraus ergeben sich für die Politik viele Handlungsfelder, die bisher so nicht gesehen worden sind. Aktive Seniorinnen uns Senioren müssen in die Arbeit der Gemeinden mit ihrem Wissen und ihren Bedürftnissen eingebunden werden.
Die Gemeinden und ihre Verwaltungen sollten sich stärker darauf ausrichten, welche besonderen Anforderungen an sie gestellt werden. Das fängt schon bei barrierefreien Einrichtungen an. Auch die Versorgung in den Gemeinden ist ein wichtiger Faktor für gutes Leben im Dorf der Zukunft. Dabei war allen klar, dass Einkaufsmöglichkeiten und Gesundheitsvorsorge nicht in jeder Gemeinde vorgehalten werden kann. Wobei selbstkritsch angefügt wurde, dass man sich natürlich mit seinem eigenen Einkaufsverhalten viel selber zerstört hat und somit der berühmte "Tante-Emma-Laden" nicht mehr überall existenzfähig ist.
Auernheimer, aber auch Weißmüller von der AOK plädierten zudem dafür, auch in der Unterbringung neue Wege zu gehen und die Seniorenheime nicht weiter auszubauen. Wir müssen Wege finden, die Senioren, die nicht alleine bleiben können, im Kreis der Familie oder mit innovativen Ideen gefahrlos in den eigenen vier Wänden leben lassen zu können.
Dabei kommt es darauf an, dass sich die Seniorinnen und Senioren in den Gemeinden zum Beispiel in Seniorenbeiräten, aber auch im Rahmen der Fortschreibungen der Dorferneuerungskonzepte einmischen und die Anderen an ihrer Lebenserfahrung teilhaben lassen.