Der SPD-Gemeindeverband Bad Marienberg hatte zum traditionellen Neujahrsempfang geladen. Organisiert wurde das informative Beisammensein vom Ortsverein Mörlen im dortigen Bürgerhaus.

Viele Gäste waren in die "gute Stube" Mörlens gekommen, um dem Empfang der SPD beizuwohnen und dem Mainzer Landtagspräsidenten Joachim Mertes zu lauschen, der in diesem Jahr als Ehrengast die Rede hielt. Außerdem waren auch einige Ortsbürgermeister und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Jürgen Schmidt, anwesend. Die SPD-Landratskandidatin Dr. Tanja Machalet (Helferskirchen) und der SPD-Bundestagskandidat Björn Walden (Montabaur) hatten es sich ebenfalls nicht nehmen lassen, dem Empfang beizuwohnen. (Foto: Röder-Moldenhauer, Bad Marienberg)
Der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Hans-Alfred Graics schnitt in seiner Begrüßungsrede bereits das momentane "Rutschen der Finanzwelt" an. "Wir alle nehmen daran teil", sah er den Tatsachen ins Auge.
Der Mörlener Ortsbürgermeister Thomas Ax hingegen blieb thematisch in seiner Gemeinde, vermittelte allgemeine Informationen über Mörlen und erklärte, wie froh er sei, dass so viele junge Familien auch den alten Ortskern zum Wohnen nutzen und dort keine Häuser leer stehen. Allerdings fand sich auch in seiner Ansprache ein Kritikpunkt: "Es ist heutzutage sehr schwer, die Menschen zum Ehrenamt zu motivieren."
Über eben diese Schwierigkeiten im Ehrenamt zu referieren, lehnte der Ehrengast und Hauptredner des Abends ab. Der Präsident des rheinland-pfälzischen Landtages, Joachim Mertes, fragte vielmehr: "Was tut sich in der Welt und wie kommen die Sozialdemokraten damit zurecht?" Ob Klimawandel, Überbevölkerung, Ernährungskrise oder Ressourcenverbrauch und nicht zuletzt die große Finanz- und Wirtschaftskrise - Mertes kritisierte und zog Vergleiche. "Und auf einmal, in so schweren Zeiten, gibt es ihn wieder, den Staat, und der Begriff Gemeinwohl taucht aus der Versenkung auf", betonte der charismatische Landtagspräsident. Seine nachdenklichen Worte trafen den Puls der Zeit und kamen bei den Zuhörern sehr gut an. Joachim Mertes kritisierte aber nicht nur, er gestand auch Fehler ein: "Wir haben uns gründlich verrechnen lassen - und wir haben mitgemacht. Waren wir doch kurz davor, uns den Sonntag als freien Tag wegnehmen zu lassen." Aber nicht nur kritische Worte kamen aus seinem Mund. Mertes berichtete auch über seine Verbundenheit zur Region, war er doch einige Zeit als Soldat am Stegskopf stationiert. Nach der tiefgründigen Ansprache des Ehrengastes gab es noch ein gemütliches Beisammensein. In kleinen und größeren Gruppen wurde diskutiert und geplaudert. Thomas Mockenhaupt, Chef der Mörlener Sozialdemokraten, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Neujahrsempfang
Bilder des Empfangs auf SPD-Mörlen