Aus der "Westerwälder Zeitung"
Verkehr Auf Dierdorfer Landstraße wird seit Jahren zu schnell gefahren – Hendrik Hering bei Ortstermin
Eine Straße wie ein gerader Strich – so wirkt die L 267 zwischen Selters und Krümmel aus Sicht der Autofahrer. Anlieger klagen deshalb schon seit Jahren darüber, dass im Ortseingangsbereich zu schnell gefahren wird. Bislang gab es zum Glück keine schweren Unfälle. Die Notwendigkeit, den Verkehr durch bauliche Maßnahmen zu bremsen, wurde aber auch aus diesem Grund bislang nicht gesehen.
Bei einem Ortstermin mit Verkehrsminister Hendrik Hering machten sich Stadtbürgermeister Rolf Jung und einige Ratskollegen nun erneut für eine Verkehrsberuhigung stark. Eine Geschwindigkeitsmessung in der Dierdorfer Landstraße habe schon vor Jahren ergeben, dass die Autos am Ortsschild von Selters durchschnittlich fast 70 km/h auf dem Tacho haben. „Die Leute hier empfinden es als gefahrenträchtige Stelle“, erklärte Jung.
Um die Geschwindigkeiten etwas zu drosseln, wurden vor einiger Zeit Parkflächen auf der Straße eingezeichnet. Wenn diese Stellplätze belegt sind, wird tatsächlich langsamer gefahren. Vor allem abends und nachts würden an den fraglichen Stellen aber keine Autos stehen, berichten die Selterser. Und dann werde regelrecht in den Ort gerast. Die Schaffung einer künstlichen Kurve durch eine Fahrbahnverschwenkung wird deshalb immer wieder gefordert.
Das Problem: Solche Maßnahmen kosten Geld. Etwa 200 000 Euro sind nach Angaben von Verkehrsminister Hering durchaus realistisch. Die Landesstraße muss aber in wenigen Jahren ohnehin saniert werden. Zudem plant Selters derzeit die Erschließung des Neubaugebiets „Gleichen“, für das womöglich ein Kreisel auf der L 267 gebaut werden soll. Vor diesem Hintergrund macht es nach Angaben des Ministers wenig Sinn, jetzt eine teure Baumaßnahme umzusetzen, die womöglich schon in naher Zukunft wieder hinfällig ist.
Hering sicherte den Seltersern allerdings nichtsdestotrotz zu, das Thema demnächst von Experten des Landesbetriebs Mobilität prüfen zu lassen. Unter Umständen finde sich dabei eine Möglichkeit, den Verkehr schon kurzfristig etwas zu beruhigen, ehe irgendwann die Bauarbeiten an der Straße beginnen.
Kümmern will sich Hering außerdem um den Antrag der Stadt, eine neue Bushaltestelle in der Rheinstraße zu errichten. Auch dieser Wunsch sei der Straßenbehörde bekannt, erklärte der Beigeordnete Günter Weißhoff. Der Stadtrat hatte lange überlegt, ein Regenschutzdach an einem Wohnhaus befestigen zu lassen. Die räumlichen Verhältnisse wären jedoch sehr beengt. Zuletzt war deshalb der Vorschlag aufgekommen, eine komplett neue Bushaltebucht an der Rheinstraße anzulegen. Nun hofft der Rat auf grünes Licht vom Landesbetrieb Mobilität. „Es ist wohl vor allem eine Kostenfrage“, vermutet Weißhoff.
Fußnote: Text Thorsten Ferdinand